Projekt „Dorfzentrum neu“

2019 startet mit dem Gemeindeamt-Um- und Ausbau Phase 1 des Vorhabens

Mit unserer Projektbeschreibung informieren wir Sie über den Um- und Ausbau des Gemeindeamtes Bad Häring mit gleichzeitiger Neugestaltung des Dorfzentrums

Einleitung

Das dringend zu sanierende Dach des bestehenden Gemeindeamtes war der Auslöser, Überlegungen anzustellen, wie mit möglichst geringem Aufwand die Funktionalität der zentralen Anlaufstelle für alle BürgerInnen gesteigert werden kann. Der vom Ingenieurbüro für Verkehrswesen Huter Hirschhuber OG erstellte Begegnungszonencheck hatte dabei miteinzufließen.

Projektlaufzeit

Das Projekt wird in zwei Phasen abgewickelt. 2019 wird mit dem Um- und Ausbau des Gemeindeamtes begonnen. Mit einem Abschluss der Bauarbeiten ist im Jahr 2020 zu rechnen. In der zweiten Phase erfolgt die Neugestaltung des Ortszentrums, der neue Dorfplatz soll 2021 fertig sein.

Projektkosten

Insgesamt werden in das Vorhaben (Gemeindeamt-Um- und Ausbau mit Vorplatzgestaltung) ca. 1,5 Millionen Euro investiert. Ca. 900.000 Euro werden für den Um- und Ausbau des Amtes aufzuwenden sein. Für die Vorplatzgestaltung werden ca. 600.000 Euro veranschlagt.

Die Sanierung umfasst eine Umbau-Kubatur von ca. 2.050m³ (Umbau EG, OG, Stiegenhaus), einen Abbruch von ca. 250 m³ und einen Neubau von ca. 660 m³ (Neubau DG, Neubau Aufzug und neuer Dachstuhl).

Ein Amtsgebäude-Neubau in vergleichbarer Größe (ca. 2700m³ ) würde bei gleicher Ausstattung Netto-Herstellungskosten von ungefähr 1,6 Mio. Euro  (ohne die Vorplatzgestaltung) verursachen.

In den Neubaukosten fehlen allfällige Honorare (ca.15% der Netto-Herstellungskosten) und die Abbruchkosten bei Errichtung an alternativer Stelle (ca. 30,- netto €/m³ Abbruch)

Die Um- und Ausbaupläne

Die vorliegende Entwurfsplanung sieht vor, durch zwei Zubauten das Erscheinungsbild des Gebäudes grundlegend zu verändern.

Barrierefreiheit und Personensicherheit on the TOP

Einerseits wird mit dem Anbau eines Aufzugsschachts an der Gebäudeostseite für die barrierefreie Erschließung aller Stockwerke gesorgt. Andererseits wird das sanierungsbedürftige Dach durch einen neuen Dachstuhl mit flacherer Dachneigung ersetzt, sodass auf der gesamten Geschoßfläche vollwertige Räumlichkeiten entstehen.

Die hohen Anforderungen, vor allem im Bereich des Brandschutzes, d. h. für die Sicherheit von Personen und Sachen können durch den Um- und Ausbau im gesamten Gebäudekörper erfüllt werden.

Im Dachgeschoss entsteht ein Alleskönner

Entwurf Grundriss Dachgeschoss (Stand 13.02.2019)

Auf einer Fläche von 220 m² entstehen dort Räumlichkeiten, die multifunktional genutzt werden können. Der hervorgehende große Saal eröffnet viele Nutzungsmöglichkeiten. Gemeinderatssitzungen, Gemeindeversammlungen, Veranstaltungen der Erwachsenenbildung wie Vorträge, Kulturveranstaltungen, Tanzkurse, Bewegungsangebote, Ausstellungen und vieles mehr sind Nutzungsmöglichkeiten.

Durch die Erschließung des Stockwerkes mit dem angebauten Lift ist der Zugang problemlos auch außerhalb der Amtsstunden möglich. Die Häufigkeit der Nutzung hängt einzig und allein von den Angeboten ab, die von den Bad HäringerInnen für Bad HäringerInnen organisiert werden. Es entsteht im Dorfzentrum ein Ort der Begegnung im Amt der BürgerInnen.

Kinobestuhlung oder Sitzungsaufstellung, vieles ist möglich, nichts ist fix. Das große Foyer bietet den idealen Platz für Vor- bzw. Nachbesprechungen und kleinere Empfänge.

 

Welche zusätzlichen Möglichkeiten eröffnet der Dachgeschossausbau?

Der Dachgeschossausbau eröffnet die Möglichkeit einer Nutzungsänderung im 1. Obergeschoss des Gemeindeamtes. Neu entstehen würden dort moderne Büroräume für die Amtsleitung und die Finanzverwaltung.

Es ist dies eine Ausrichtung für die Zukunft, sprich für die nächsten Jahrzehnte.

Immer mehr Aufgaben, die auf die Gemeindeverwaltung zukommen, werden über kurz oder lang den Personalbedarf in Gemeinden erhöhen. Die neuen Räume sorgen dafür vor, dass durch zusätzliches Personal keine Raumnot entsteht.

Effizienzsteigerung durch Zusammenrücken der Schlüsselpositionen

Entwurf Grundriss Obergeschoss mit neuen Büroräumen  im Bereich des derzeitigen Sitzungssaales (Stand 13.02.2019)

Künftig sind der Bürgermeister, die Amtsleitung und die Finanzverwaltung, drei Schlüsselpositionen, in einem Stockwerk untergebracht.

Kurze Wege sind in der heutigen, schnelllebigen Zeit einfach wichtig. Von den einzelnen Arbeitsplätzen kann schnell und unkompliziert in den Teamraum des 1. Obergeschosses gewechselt werden. Die moderne und zielsichere Verwaltungsarbeit erfordert eine gute interne Kommunikation und Abstimmung. Dies wird mit dem Zusammenrücken von drei wichtigen Schlüsselpositionen in der Gemeindeverwaltung durch den Umbau im 1. OG erreicht.

Nennenswert ist zudem, dass das Bürgermeisterbüro und die künftigen Räumlichkeiten der Bürgermeister-Assistentin von den Umbauarbeiten kaum berührt werden, da diese erst kürzlich generalsaniert wurden.

Mithören nicht mehr leicht gemacht

Entwurf Grundriss Erdgeschoss mit neuem Bürgerservice-Bereich (Stand 13.02.2019)

Großes Augenmerk wurde bei den Planungen auf den stark zunehmenden Kundenverkehr gelegt. Mit wenigen Umbauarbeiten wollen wir vor allem den Bürgerservicebereich im Erdgeschoss aufwerten. Transparente Arbeitsplätze sollen den Kunden beim Eintreten ein gutes Gefühl, ein Gefühl des ANGENOMMEN WERDENS vermitteln. Die offene und freundliche Kundenzone wird zusätzlich um eine Diskretionszone ergänzt, um den Anforderungen des Datenschutzes fortan mehr gerecht zu werden.

Aktuell können diese Vorgaben im Bürgerservicebüro nicht zur Gänze erfüllt werden. Sensible Kundengespräche, z. B. für die Aufnahme eines Grundsicherungsantrages, können kaum ungestört geführt werden. Mit neuen Trennwänden wird versucht diesen Bereich offen und gleichzeitig diskret wirken zu lassen.

Durch die vorgesehene Verbindungstür zwischen Bürgerservicebüro und Postpartnerbüro werden die Wege der dort eingesetzten MitarbeiterInnen zwischen den Arbeitsplätzen verkürzt und die oft notwendige Abstimmung untereinander erleichtert.

 

 

Was im Erdgeschoss noch zusätzlich verändert wird?

Im Erdgeschoss wird im derzeitigen Finanzverwalterbüro ein neuer Postlagerraum für die Übergabe der Post an den Zustelldienst eingerichtet.

Die Kopierzentrale findet dort ebenso ihren Platz.

Das freiwerdende Büro der Gemeindekasse ist ein weiterer Reservearbeitsplatz falls zusätzliche MitarbeiterInnen benötigt werden.

Die Büros des Bauamts- und des Bauhofleiters sind von den geplanten Umbauarbeiten nicht betroffen.

 

Die Neugestaltung des Zentrums

Heute verfügt Bad Häring über ein Dorfzentrum, welches durch einen Wechsel von asphaltierten und bepflanzten Bereichen gekennzeichnet ist.

Unser Ziel sollte es sein, diese einzelnen Bereiche, die derzeit strikt voneinander getrennt sind, stimmig miteinander zu verbinden, d. h. daraus ein gemeinsames Miteinander zu schaffen.

Ein Shared Space soll entstehen, der fließende Verkehr (Fußgänger, Radfahrer und Autofahrer) soll ebenso seinen Platz haben wie reine Aufenthaltsbereiche, sogenannte Ruhezonen.

Wie werden die beschriebenen Ziele erreicht?

Im Planentwurf ist vorgesehen die Flächen zwischen Gemeindeamt und Schulgarten sowie die Fläche zwischen Gemeindeamt und Zentrumsbrunnen von Kraftfahrzeugstellplätzen zu befreien.

Das Parken soll zukünftig hinter dem Gemeindeamt bzw. zwischen dem Amt und dem Wohn- und Pflegeheim, quasi im vom neuen Zentrumsplatz nicht einsichtigen Bereich stattfinden.

Wir hoffen aber auch, dass ein neu gestaltetes Ortszentrum dazu einlädt, dieses per pedes zu besuchen, um dort ein wenig zu verweilen.

Welche Möglichkeiten entstehen durch die Verlegung der Autoabstellplätze?

Vor dem Gemeindeamt wird ein ca. 350m² großer, zentraler Platz geschaffen. Nischenartige Ausbuchtungen zum Schulgarten verleihen dem neuen Platz einen intimen Bereich, der durch geschicktes Platzieren von Stadtmobiliar zum Verweilen einlädt.

Die geänderte Bodenbeschaffenheit (Pflasterung) und die zu schaffenden Schwellen bremsen den fließenden Verkehr ein. Eine Differenzierung innerhalb der Pflasterung sowie das Aufstellen von Stadtmöbeln kennzeichnet zusätzlich die Bereiche des Verkehrs und des Aufenthalts.

Unsere schöne Aufgabe:

Den entstehenden neuen Zentrumsplatz mit Leben befüllen

Mit einer neuen Pflasterung vom Beginn der Oberen Dorfstraße (ab Kreuzungsbereich Raika) bis zum MiniM-Parkplatz kann die Zentrumsumgestaltung deutlich sichtbar gemacht werden.

Beginnend als gepflasterter Straßenverlauf weitet sich die Pflasterung vor dem Gemeindeamt zu einem ersten Platz, um sich in Folge nach rechts in einen zweiten Platz mit dem Dorfbrunnen als Mittelpunkt fortzusetzen. Diesen Bereich kennzeichnen eine stärkere Bepflanzung mit Bäumen und ein öffentlicher Garten.

Aus mehreren bisher getrennten Zentrumsbereichen entsteht so ein Zentrumsplatz im Ausmaß von ca. 700 m². Ein Shared Space, eine Begegnungs- und Kommunikationszone für Feste, Feiern, Empfänge und vieles mehr.

Die schöne und große Aufgabe wird es sein, diesen neuen Platz mit Leben zu befüllen.

Schlussfolgerung:

Mit vergleichsweise geringem Aufwand, finanziell wie arbeitstechnisch, kann kurzfristig eine moderne Zentrumslösung mit einem multifunktionellen Amtsgebäude erreicht werden.